Oder: Wie finde ich die passende Kampfsportschule?
Nachdem man herausgefunden hat, welche Kampfkunst die richtige für einen ist und man eine Liste von Schulen zur Auswahl hat, muss man herausfinden welcher man sein Vertrauen schenken sollte.

Schritt 1: Kontaktaufnahme

Die meisten Vereine und Kampfkunstschulen (die ich ab jetzt beide als Dojo bezeichnen werde) haben eine Webseite. Hier kann man meist ein paar grundlegende Infos finden. Die wichtigste davon ist die Telefonnummer eines Ansprechpartners. Dicht gefolgt von den Trainingszeiten ( die Webseiten mancher Dojo werden nicht immer aktualisiert, daher ist ein Ansprechpartner wichtig um die neuesten Infos zu erhalten und nicht ggf. vor einer geschlossenen Halle zu stehen).

 

Jetzt heißt es anrufen, und nach einem Probetraining fragen. Wichtig: Wann ist das Training? Welche Kleidung soll ich dabei haben? Wird barfuß trainiert? Brauche ich sonst noch was?

 

Schritt 2: hingehen

Schnapp das Trainingszeug und ab zum Probetraining. Ich würde vorschlagen mindestens 15 Minuten vor Beginn des Trainings am vereinbarten Ort zu sein. Sieh Dich um. Wie gehen die anderen Schüler miteinander um? Wie ist die generelle Stimmung? Wie sieht das Dojo aus? Wie schnell wird man angesprochen und in die Trainingsgruppe integriert?

 

Schritt 3: mitmachen

Mit der wichtigste Punkt ist: wie gefällt dir das Training? Das Training sollte Freude bereiten. Es muss nicht “spassig” sein, aber man sollte ein gutes Gefühl dabei haben. Hier wieder auf ein paar Dinge achten: Wie wird trainiert? Wie aufmerksam sind die anderen Schüler? Wie werden Fehler korrigiert? Wie ist das Verhältnis von “selber machen” zu “erklärt bekommen”?

 

Schritt 4: Fragen stellen

Fragen die man dem Trainer stellen kann:
  • Wie lange trainieren Sie schon?
  • Seit wann geben Sie Training?
  • Machen sie auch noch andere Kampfsportarten?
  • Bei wem haben Sie gelernt?
  • Wo liegt der Schwerpunkt im Training? (Wettkampf, Selbstverteidigung, etc.)
Diese Fragen helfen eine Idee vom Trainer zu bekommen. Insbesondere die Frage wer seine Lehrer sind kann aufschlussreich sein. Wenn er hier keine genaue Auskunft geben kann oder will, dann gehen bei mir die Alarmsirenen an.
Jetzt kommen zwei weitere wichtige Frage:
  • Wann kann ich noch ein Probetraining machen?
  • Ich würde mir gerne ein breiteres Bild machen. Wo könnte ich denn sonst noch Kampfsport lernen?
Nach nur einem Training kann sich niemand entscheiden. 2 Einheiten sind das Minimum, 4 wären besser. Die Frage nach anderen Schulen ist nicht unbedingt fair, aber die Reaktion kann einem wieder viele Hinweise geben.
Im besten Fall bekommt man ja auch ein paar gute Schulen empfohlen, die man auf die Liste für ein Probetraining setzen kann. Eine Antwort wie: “Ich glaube, dass du hier gut reinpassen würdest. Mach noch ein paar Einheiten mit. Wenn es Dir dann nicht gefällt, empfehle ich Dir gerne ein paar andere Dojo.” ziegt auf jeden Fall, dass der Trainer dir offen gegenüber ist.
Fragen die man den Schülern stellen kann:
  • Wie lange trainierst du schon?
  • Läuft das Training immer so ab wie heute?
  • Zufrieden?
  • Wie oft kommen neue Schüler?
  • Wie oft kann man trainieren?
  • Welche Kosten kommen an Ausrüstung auf mich zu?
  • Gibt es irgendwelche anderen Kosten?
Auch hier zwischen den Zeilen lesen.

 

Schritt 5: Das Spiel wiederholen

Der Mensch braucht Vergleichsmöglichkeiten. Daher ist es wichtig mindestens 2 oder 3 Schulen (nach Möglichkeit) zu besuchen, bevor man sich festlegt. Also: bei einer anderen Schule anrufen, Probetraining ausmachen, hingehen, mittrainieren. Im Idealfall das andere Dojo vor dem 2ten Probetraining aufsuchen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen den Schulen? Hier ergeben sich ggf. auch neue Fragen. Wenn Schule A ein paar Dinge komplett anders macht als Schule B, obwohl sie eigentlich den gleichen Stil unterrichten, kann die Frage nach dem Warum interessant sein. Daher empfehle ich auch die Schulen abwechselnd zu besuchen, damit man diese oder eine ähnliche Frage auch in Dojo A stellen kann.

 

Schritt 6: Entscheiden

Nach ein paar Einheiten in verschiedenen Schulen bekommt man ein Gefühl für die Ideen hinter den einzelnen Einheiten. Und jetzt ist es Zeit sich zu entscheiden. Aber nach welchen Gesichtspunkten?

Ich würde hier in erster Linie nach “Bauchgefühl” gehen. Meine Begründung dafür ist recht einfach: Man wird nur besser (und irgendwann mal gut) wenn man oft trainiert. Man wird nur regelmäßig trainieren, wenn man Freude am Training hat, wenn man gerne hingeht. Und die Schule/ Verein/ Studio/ Boxhalle kann auf dem Papier noch so gut aussehen, wenn man ein “meh!” Gefühl im Bauch hat, wird man nicht oft hingehen. Training, Stimmung, Räumlichkeiten, Leute – all das sollte im Idealfall passen.

Also, legt los! Ruft die Schulen in eurer Umgebung und besucht ein paar Einheiten in den verschiedenen Dojo. Habt Spaß!