Wir oft haben wir das schon gehört: “Grundlagen, Grundlagen, Grundlagen.” Und irgendwie suchen wir trotzdem gerne nach neuen, magischen Techniken. Denn irgendwie klappen die oft gelobten Basics ja nicht immer. Also, wenn man sie selbst macht. Bei anderen klappen die ja schon eigentlich ganz gut. Und oft liegt es Details. Die Reihenfolge, in der man vorgeht. Wie man das Körpergewicht verteilt. Timing. Daher werden die nächsten Posts alle mit Grundlagen zu tun haben. Ob Hebeln, Würgen, Werfen, Schlagen, Treten – es sind oft Grundlagen, und nicht die spektakulären Techniken, die einen weiterbringen. kimura-ude-garami-218x300

Kimura

Masahiko Kimura, Quelle: Wikimedia Commons

Masahiko Kimura, Quelle: Wikimedia Commons

Der Kimura hat seinen Namen von Masahiko Kimura. Kimura wird von vielen als der beste Judoka aller Zeiten angesehen. “Keiner vor Kimura, keiner danach” ( nach Doug Rogers ). Und er ist es, der die BJJ Legende Helio Gracie in einem Kampf mit gyaku ude garami besiegt hat. Und seit diesem Tag, ist eben dieser Hebel in der BJJ- und Grappling Welt als der “Kimura” bekannt.

Grundlegende Ausführung

Die Variante, die oft zuerst gezeigt wird, ist der Kimura aus der Guard. Eine Hand des Gegners ist am Boden (oder wird zu Boden gebracht). Man greift die am Boden aufgestützte Hand mit der nahen Hand, richtet sich auf, greift mit der fernen Hand über den Oberarm des Gegner um dann das eigene Handgelenk zu greifen. Nun dreht man sich rechtwinklig zum Gegner, belastet seinen Rücken mit dem eigenen Bein und dreht den gebeugten Arm im Schultergelenk. Bis der Gegner abklopft, oder eben bis irgendwo die Spannung zu viel wird, und etwas im Arm oder Schulter nachgibt.

Gracie Insider, standard variation

Gracie Insider, forced variation

Als Weiterführung eines Sweeps

Da der Kimura einen Grundtechnik ist, kennt sie so gut wie jeder. Also wird auch so gut wie jeder versuchen, eben nicht seine Hand auf den Boden zu bringen. Und jetzt kommen Kombinationen ins Spiel. Man setzt zum Beispiel einen Hip-Bump Sweep an, und wenn Der Gegner sich abstützt, um dem Sweep zu entgehen, dann schnappt die Falle zu und man wechselt zum Kimura.

Brandon Mullins, Kimura gegen einen defensiven Gegner

 

Und noch mehr Varianten und Eingänge

Hier kommt die Kombinatorik und die Methodik des BJJ ins Spiel. wer all diese Varianten und Übergänge systematischen üben will, der wird schnell einen mentalen Overload erhalten. Aber zum Glück ist dies nicht notwendig. Man endet oft in den gleichen oder ähnlichen Situationen. Situationen die man bereits kennt.  Man geht mit dem Gegner mit oder verführt ihn zu Bewegungen. Daher ist es so wichtig, nicht verkrampft zu kucken, sondern sich einen offenen Blick zu bewahren.

 

Kimura aus der Side Control

Das Problem hier ist eigentlich, den Arm zu bekommen. Der “ferne” Arm wird isoliert, in dem man ihn mit dem eigenen Oberarm Richtung Körper schiebt. Dann den “4-er Griff” anwenden, ein aufrichten des Gegners durch übersteigen verhindern und den Arm in der Schulter drehen.

 

Kimura, von Weißgurt zu Schwarzgurt

Von Roy Dean kommt eines der schönsten Videos zum Kimura:

Der Kimura ist eine grundlegende Technik. Und man kann Jahre mit ihr verbringen. Ohne, dass einem langweilig wird. Und wie ein Boxer seine Grundlagen immer und immer wieder in neuen Winkeln, Kombinationen und Eingängen übt, so ist es auch hier. Stetig besser werden.