Stände sind wortwörtlich die Grundlage. Wenn man perfekt steht, hat man das Potential für die perfekte Technik, sei es eine Schlagkombi, ein Wurf, Tritt oder was auch immer man tun möchte. Und je schlechter der Stand wird, um so schlechter die Chance. Aber nur ´selten nehmen wir uns die Zeit wirklich über unsere Möglichkeiten nachzudenken.

stanceIn den meisten Stilen ist der Stand etwas weiter als Schulter breit, Knie gebeugt um Beweglichkeit zu sichern. Und die Hände je nach Stil und Regelwerk in einer Schutzhaltung.

Das Gleichgewicht ist meist zwischen den Beinen (50:50 Gewicht) um aus dieser neutralen Position entweder in die Offensive oder Defensive gehen zu können.

In klassischeren Stilen werden diese Variationen gerne auch mit Namen versehen. Das macht es leichter zu erklären was passiert. Gerade in Formen/ Kata. Es hat aber den Nachteil, dass diese Stände wirklich als “stehen” also verweilen begriffen werden. Allerdings sind alle “Stände” nur Momentaufnahme einer Bewegung.  Ein Kampf ist nicht statisch. Unsere Körperhaltung und Position zum Gegner sollte es auch nicht sein.

Foto von fotoARION.ch via flickr.

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Wenn wir ausweichen, müssen wir auch wirklich ausweichen. Der Kopf sollte nicht dem Körper folgen, sondern sich mit dem Körper bewegen.

Wenn wir schlagen, dann sollte der ganze Körper schlagen, nicht nur die Hand. Der Unterschied ist in etwa so, als ob man eine Stoßstange gegen die Wand wirft, oder ob an der Stoßstange noch ein LKW hängt.

Für einen aufrechten Stand sollte der Kopf über der Schulter sein. Die Schulter über der Hüfte. Die Beine entweder unter den Hüften oder die Hüften möglichst in der Mitte des von den Füßen aufgespannten Rechtecks.

Bei vorgebeugten Ständen, wie zum Beispiel im Grappling ist der Schwerpunkt oft ausserhalb des Körpers.  Knie gebeugt, Hüfte nach hinten, Ellenbogen eng, Kopf hoch. Tyrannosaurus Rex Haltung.

Die Grundlegende Bewegung aus dem Stand ist der Shuffle, oder das Gleiten.  Die Beine überkreuzen sich nicht, und man ist am Ende in der gleichen Haltung wie davor, nur eben an einer anderen Stelle. Und hier gibt es drei primäre Varianten (Beispiel: Gleiten vorwärts):

  • Das vordere Bein bewegt sich zuerst. Das hintere wird nachgezogen ( Step – Drag ).
  • Der hintere Fuß wird rangezogen, dann macht man einen Schritt mit dem vorderen Bein ( Drag – Step ).
  • Man drückt sich vom hinteren Bein ab und drückt sich vor, zieht dann das hintere Bein nach ( Push – Drag ).

Diese Bewegungen unterscheiden sich wann sich die Tiefe das Standes ändert und wann sich der Schwerpunkt bewegt.

Bei einem Schritt wechselt das vordere Bein. Steht man am Anfangs links vorn, so steht man nach dem Schritt rechts vorn. Auch hier gibt es drei Arten. Vor dem Weiterlesen kurz darüber nachdenken, welche das wohl sein könnten.

Da bei nach einem Schritt das andere Bein führt, muss eine Drehung beteiligt sein. Und wann diese Drehung im Vergleich zur Distanzänderung stattfindet unterscheidet die Arten der Bewegung.

  • Drehen wenn das Bein vorkommt. Das ist wohl das, was man als “normalen” Schritt bezeichnen würde ( step – through ).
  • Das Bein wird nach vorne gesetzt, ohne dass sich die Hüfte dreht. Dann dreht man sich in den Stand ( twist – through ).
  • Man dreht sich zuerst. Dann setzt man das Bein um (twist – step).

Und alle diese Varianten machen in den richtigen Gelegenheiten Sinn.

Oder bilden die Grundlagen für neue Bewegungen. Wie den Kreuzschritt.

Beim Kreuzschritt vorwärts wird erst das hintere Bein nach vorne gebracht, und dann das andere Bein umgesetzt um wieder in der gleichen Haltung, aber anderer Position herauszukommen.

Alle Bewegungsmanöver haben gemeinsam, dass sie Entfernung und/ oder Winkel zum Ziel ändern sollen. Welches geeignet ist, hängt von der Situation und dem Ziel ab.