Tipps zum erlernen der Form

Teile die Form auf.

Wir lernen die Form der Reihe nach. Eine Bewegung nach der anderen. So üben wir sie auch. Das Ergebnis ist oft, dass der Anfang deutlich öfters geübt wird, als das Ende. Dies kann man vermeiden, in dem man die Kata in Anfang, Mitte und Ende teilt. Und jetzt übt man in 3 er Schritten:

  • 3 mal das Ende
  • 3 mal die Mitte
  • 3 mal Mitte + Ende
  • 3 mal den Anfang
  • 3 mal Anfang, Mitte und Ende

Steh um 45 Grad gedreht

Wir richten uns unbewusst fast  immer an den Wänden aus. Macht man eine Kata mal so, dass man in eine Ecke anstatt an eine Wand sieht, so macht dies die Orientierung etwas schwieriger.

Men practicing Karate on the beach

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Andere Betrachtungen der Form

Lauf die Form als eine flüssige Bewegung.

Sobald die beginnst, gibt es keinen Stopp mehr. Jede Bewegung fließt in die nächste. Dies ist anfangs leichter, wenn man etwas langsamer läuft. Mit etwas Übung kann man die ganze Form auch in normalen Tempo so laufen.

Spiegel die Form

Hier gibt es zwei Methoden (die sich auch zu einer dritten kombinieren lassen) . Man kann entweder links/ rechts spiegeln, oder vorwärts rückwärts.

Ein Beispiel: Sagen wir, die erste Bewegung der Form ist ein Schritt zurück mit dem linken Bein mit einem rechten Block nach innen. Spiegelt man das links/rechts, so wird daraus ein rechter Schritt nach hinten, mit einem linken Block nach innen. Spiegelt man es vorwärts/rückwärts so wird es ein rechter Schritt vorwärts mit einem rechten Block nach innen. Spiegelt man beides, so ist es ein linker Schritt vorwärts mit einem linken Block nach innen.

Nur Beine

Stemm die Hände in die Hüften. Nun lauf die Form ohne Armbewegungen, nur mit den Beinen

Nur Arme

Stell dich in die Reiterstellung und “lauf” die Form im Stand.

Rückwärts – Wort- und Buchstabenmethode

Wenn ich einen Satz wie “Römer geht nach Hause” nehme (Bonuspunkte für die, die die Referenz erkennen), dann kann ich die Reihenfolge der Wörter umdrehen und “Hause nach geht Römer” erhalten. Für die Form bedeutet dass, dass ich die Reihenfolge der Bewegungen umdrehe, nicht aber die Bewegungen selbst rückwärts mache.

Ich kann aber auch die Buchstabenreihenfolge ändern: “esuaH hcan theg remöR” bzw. die Bewegung ebenfalls rückwärts laufen lassen.

Zeitlupe und Schnellvorlauf

Um sich auf jede Kleinigkeit konzentrieren zu können, kann man die Form auch betont langsam laufen. Nachdem man die Bewegung langsam verinnerlicht hat, macht man sie ein paar mal in voller Geschwindigkeit um sie dann wieder langsam zu machen, damit sich die korrekte Bewegung, aber eben auch die explosive Aktivierung der Muskeln einspielt.

Filme dich selbst

Dies ist zwar keine Übungsmethode an und für sich, gibt einem aber wirklich eine ganz neue Perspektive. Sich selbst eine Form laufen zu sehen, kann einen extrem voran bringen. Es erlaubt auch einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Aufnahmen. Wie haben sich dich Bewegung, Haltung und Struktur zwischen den beiden Versionen geändert? Was ist mit dem Timing? Der Geschwindigkeit?

Warum?

Viele Gründe. Bei den Varianten, die den Ablauf abändern, ist es in erster Linie eine Koordinationssache. Es gibt den Leuten, die die Form kennen neue Anreize. Sie müssen die Kata wieder aktiv laufen, anstatt im Blindflug durch zu gleiten. Dies kann zum einen Spaß machen, zum anderen entdeckt man evtl Ähnlichkeiten zu anderen Abläufen, die man bis dahin nicht gesehen hat (Das ist ja genauso wie … nur eben anders).

 

Besten Dank an Nadja für die “Zeitlupen / Schnellvorlauf” Variante und den Hinweis auf die Videokorrektur.

Wenn ihr auch noch Varianten kennt – immer her damit, ich füge sie gerne dem Artikel hinzu.