Angenommen, du entscheidest Dich für Krafttraining. Erstmal: Glückwunsch. Krafttraining ist immer eine gute Sache.

  • Es wirkt unterstützend bei Diäten
  • Selbst “wenig” Training beugt Muskelabbau vor
  • Es wirkt unterstützend zum Training in einem anderen Sport
  • Es kann als körperlicher Ausgleich für mentalen Stress dienen
  • Kann Disbalancen ausgleichen
  • Sorgt dafür, dass man nackig gut aussieht (und nein, man wird nicht versehentlich zum Muskelmonster. Auch und insbesondere nicht als Dame)

Die Entscheidung ist also getroffen. Was jetzt? Generell gibt es drei Möglichkeiten:

Training im Studio

Das ist der Gedanke, der den meisten Leuten sofort in den Kopf kommt. Zum nächsten Studio laufen, sich anmelden und loslegen. Da spricht auch eigentlich nichts dagegen. Man sollte nur ein paar Dinge im Kopf behalten: Fitnessstudios sind daran interessiert möglichst viele Mitglieder zu haben.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/56027440@N07/5185786893/

Erstmal keine schlechte Sache. Problematischer ist, dass die Anzahl der Trainer pro Mitglied meist recht gering ist. Ein Trainer kümmert sich also um sehr viele Menschen. Und aus diesem Grund wird meist auf “Standard Lösungen” zurück gegriffen, anstatt persönlich zu betreuen. Auch möchten Studios die Erwartungen der Clientel erfüllen – daher auch die hohe Anzahl an Cardio Geräten (oft vor Fernsehern). Denn der Volksmund weiss: Cardio Training (aber nicht unter 45min bis einer Stunde) ist ideal um extra Polster loszuwerden. Und nur wenige lassen sich von dieser Idee abbringen, ganz gleich wie die Ergebnisse aussehen.

Das zweite Standbein der Studios sind möglichst ausgefeilte Geräte. Denn mit dem neuesten Schnick-Schnack kann man viel besser werben, als mit dem staubigen (und verschwitzen) Image der Hanteln. Auch machen die Geräte es dem Trainer leichter. Denn da die Bewegung geführt wird, kann der Übling nur wenig falsch machen.

Lang-  und Kurzhanteln werden oft in einen kleinen Bereich verdrängt. Der oft auch noch misstrauisch beäugt wird. Daher mein Rat:  beim Probetraining gezielt nach Freihanteln fragen. Dringend Kniebeugen, Kreuzheben und Überkopfdrücken erwähnen. Braucht man hierfür die korrekte Technik? Ja. Aber ein guter Trainer wird einem diese Technik auch zeigen und einen so lange korrigieren, bis es passt. Ggf. müssen auch erst ein paar Vor- und Dehnübungen gemacht werden.

Ein “bequemer” Trainer wird eher auf Maschinen und die “Gefahr” von freien Gewichten hinweisen. Das wäre für mich ein klares Indiz für ein “Globo-Gym” ein Massenabfertigungs-Studio. Wer schon Erfahrung hat, kann in einem solchen Studio trotzdem trainieren. Neueinsteigern würde ich zu einem anderen Studio raten.

Training daheim

Quelle: http://www.flickr.com/photos/26675428@N00/4479556521/

Aber es muss nicht unbedingt ein Studio sein. Man kann auch in den eigenen 4 Wänden gut trainieren. Wer möchte kann hierfür einen Kellerraum oder eine Garage in einen Trainingsraum umwandeln (bei Immowelt gibt es hierzu einen groben Überblick). Man kann aber auch einfach nur Übungen mit dem eigenen Körpergewicht (BWE = Body Weight Exercises – Körpergewichtsübungen) machem.

Hierzu reicht etwas freie Fläche, da eben keine Ausrüstung abgelegt werden muss. Grundsätzlich folgt Training mit BWEs den gleichen Regeln wie Training mit Hanteln. Und man kann hier auch sehr gute Ergebnisse erzielen. Man sollte nur darauf achten, dass man genug freien Raum hat um sicher trainieren zu können. Wer Englisch kann, dem würde ich die Bücher/ DVDs von Ross Enamait empfehlen. Für wen es Deutsch sein muss, der kann zu Mark Laurens Buch “Fit ohne Geräte” greifen.

Es gibt auch eine hohe Anzahl an DVDs mit Fitnessprogrammen zum mitmachen. Hier kenne ich nur die Tae-Bo Serie von Billy Blanks die inzwischen wohl inzwischen ob ihres Alters für den sprichwörtlichen “Appel und nen Ei” erhältlich sein dürften. Aber von Aerobic über Pilates hin zu Zumba kann man sich so ziemlich alles auf DVD besorgen.

Training im Freien

Obwohl dies für die meisten wohl eher ein Thema für den Sommer ist, sollte die Option im Freien zu trainieren nicht ausser acht gelassen werden. Fahrrad fahren, Sprinten und Dinge durch die Gegend werfen ist im freien deutlich einfacher als in den eigenen 4 Wänden. Man findet unterwegs auch viele Gelegenheiten für Klimmzüge und unterschiedlich geformte Dinge die man hochheben, durch die Gegend tragen oder werfen kann. Wer für verwunderte Blicke sorgen möchte, kann auch ein Auto durch die Gegend schieben (natürlich mit einer weiteren Person am Lenkrad!) oder Treppen hoch und runter sprinten.  Auch hier wieder der Hinweis auf sicheres Training. Gerade im Herbst/Winter können vereiste Flächen einem hier den Spaß gründlich vermiesen.

Es muss also nicht immer ein Studio sein.

Und wer sagt denn, das man sich auf eine Option beschränken muss? Wer will kann ja im Studio, daheim und im freien Traineren. Dann steigt zwar die Chance sich zu verzetteln, aber je nach persönlicher Lager und Interesse könnte eine Kombination der Optionen durchaus sinnig sein.

 

Artikelbild: http://www.flickr.com/photos/48434562@N00/1506525825/sizes/o/in/photostream/