Wie werde ich zum Tier?” wurde vor kurzem in einem Forum gefragt. Wie soll man diese Frage beantworten? Welches Tier solls denn sein? “Animalische Kraft”, “wütend wie ein wildes Tier” und “wecke das Tier in Dir” sind ja bekannte Redewendungen.

Muskulöse Menschen werden gerne mal als Tier oder Viech bezeichnet, ebenso sehr ausdauernde Menschen. Wir verbinden mit dem Begriff Tier sowohl Kraft, wie auch Ausdauer und Geschwindigkeit. Wir verbinden die herausragenden Eigenschaften unterschiedlicher Tiere im Geiste und bilden “das Tier.”

 

Ausdauer

Der Tough Guy Wettkampf ist einer von den Events bei denen die Leute die Teilnehmen meist ziemliche Viecher sind, und wer durchkommt kann auch wirklich sicher sein, zumindest deutlich näher bei “Tier” als bei “Weichei” zu sein. Der Parkour mach immer den Eindruck von einem wütenden Drill Instructor für die Auswahl der kommenden Elitesoldaten zusammengestellt worden zu sein. Robben unter Stachdrahtzaun, krabbeln durch teilweise geflutete Röhren, Hindernisse die es zu erklettern und zu überspringen gilt. Garniert mit kleinen Extras wie glühenden Kohlen, kalten Wasser, Spitzen, Haken und ähnlichen Widrigkeiten.

Der Iron Man in Hawaii ist einer der härtesten Triathlons der Welt. Und ein “normaler” Triathlon ist schon eine harte Sache. Fast vier Kilometer schwimmen, 180km radeln und dann 42km laufen sind an sich schon keine Kleinigkeit. Die Wellen und die Hitze in Hawaii machen es nach mal etwas schwieriger.

Wer also Ausdauer als Ziel hat, kann sich an diesen Athleten orientieren.

Kraft

Die “Strongman” Wettkämpfe dürften für viele das typische Kraftviech sein. Sie bewegen unheimliche Massen, ziehen Lastwagen, stemmen Bierkrüge und werfen schwere gewichte durch die Gegend. Ähnlich gelagert dürften Sportarten wie das Steinheben sein.

Und olympische Gewichtheber versuchen für ihre Körpergewicht die maximale (Schnell-)Kraft zu erreichen. Kraftdreikämpfer bewegen in ihren Disziplinen gewaltige Gewichte.

Bodybuilder achten zwar meist verstärkt auf Optik und versuchen ihren Körper zu modellieren, aber sie nutzen Kraftübungen um dieses Ziel zu erreichen. Viele bekannte Bodybuilder haben auch Erfahrungen in Kraftsportarten, da es hier viele Gemeinsamkeiten gibt.

Sportler aus diesen Bereichen können alle als Beispiel für Bärenstärke dienen. Und natürlich muss ich an dieser Stelle auch mein persönliches Vorbild Ross Enamait nicht unerwähnt lassen. Der Typ ist garantiert ein Tier 😉

Ernährung

Wenn es darum geht (möglichst) magere Masse aufzubauen rate ich in der Regel zu zwei leicht verfügbaren Lebensmitteln. Eier und Milch.

Schritt 1: (Industrie) Zucker nach Möglichkeit einschränken und Gemüseanteil deutlich nach oben schrauben.

Schritt 2: Hartes Krafttraining

Schritt 3: DEAD or GOMAD. DEAD steht für Dozen Eggs A Day (Dutzend Eier am Tag), GOMAD für Gallon Milk A Day (4l Milch am Tag).

Beides soll schnell viel Masse aufbauen, was bei der Kaloriendichte der Nahrungsmittel auch nicht verwunderlich ist. Wenn jemand das versuchen möchte empfehle ich den Bauchumfang oder noch besser das Bauchfett regelmäßig zu überprüfen um zu vermeiden, dass man neben den gewünschten Muskeln Unmengen an Fett zulegt.

Auch sollte man ggf. mit seinem Arzt Rücksprache halten. Bei Eiern wird ja oft der Cholesteringehalt erwähnt, wobei dieser  wohl nicht auf auf den Cholesterinspiegel beeinflusst (Quelle: Rund ums Ei ). Milch wird ähnlich zwiespältig betrachtet ( Wie gesund ist eigentlich Milch, Zuviel Milch schadet der Gesundheit ).

Persönlich habe ich zumindest die 4l Milch am Tag schon getestet ( den Versuch mit Eiern musste ich nach kurzer Zeit aus Rücksicht auf meine Umgebung unterbrechen ) und habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht.

Kampfkunst

Die meisten Tiere können zu formidablen Gegnern werden, wenn man sie bedrängt. Nur habe ich Schwierigkeiten hier eine bestimme Kampfkunst vorzuschlagen. Denn die ideale Kampfkunst ist für jeden eine andere. Auch kann sich mit der Zeit das Interesse ändern. Daher verweise ich erst mal auf meine sehr grobe und stark vereinfachte Übersicht “Welche Kampfkunst passt zu mir?”

Wer Interesse an Bewegungen hat, die Tierbewegungen als Vorbild haben sollte sich aber auf jeden Fall ein paar der unterschiedlichen Tierstile des Kung-Fu ansehen. Persönlich finde ich den südlichen Gottesanbeterin Stil (Southern Praying Mantis) sehr interessant – wobei ich den leider nur von Videos kenne.

Generell gilt, es ist nicht so wichtig was man trainiert, sondern wie und mit welcher Intention. Um hier ein Sprichwort mit Tierbezug zu bringen: “It’s not about the size of the dog in the fight, it’s about the size of the fight in the dog” ( etwa: Es geht nicht darum, wie groß der Hund ist, der im Kampf steckt, sondern wieviel Kampf im Hund steckt).

In dem Sinne: Weckt das Tier in euch und gebt alles!