Eine der ersten Fragen, die mir im Rahmen der “Fragt den Lenny” Aktion gestellt wurde war: Wie bleibt man motiviert? Mir war anfangs nicht klar, wie ich antworten sollte. “Man kann immer besser werden” klang so abgedroschen. Dazu kam, dass ich mir die Frage selbst nie gestellt hatte. Training ist inzwischen für mich Teil meines normalen Tagesablaufes geworden. Ich brauche keinen Grund zum Training zu gehen, ich brauche einen guten Grund um nicht zu gehen.

Foto: Steven Yeh

Foto: Steven Yeh

Daher habe ich wirklich einige Probleme gehabt, die Frage zu beantworten. Denn, “mach es zu einer Gewohnheit” hilft zwar dabei zu bleiben, klingt aber im Angesicht der Frage irgendwie schlecht. Ich bleibe aus den Gründen dabei, aus denen ich angefangen habe.

Fünf gute Gründe mit Kampfsport zu beginnen (oder dabei zu bleiben)

1) Kampfsport ist eine eine gute Mischung aus Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit , Schnelligkeit, Balance und Koordination. Durch das Training werde ich also schneller und stärker. Meine Koordination verbessert sich.  Ich werde beweglicher und mein Gleichgewichtssinn wird besser. Klingt für mich wie ein sehr guter Grund, Kampfsport zu betreiben

2) Kampfsport macht Selbstbewusster. Gar nicht mal wegen der Kampfkomponente, sondern mehr wegen der verbesserten Körperbeherrschung. Wegen der Ziele, die ständig neu erreicht werden. Weil man eben mit jedem Training etwas besser wird. Manchmal ist man sich dessen nicht bewusst, da hilft dann ein kurzes Erinnern an die Anfangszeit. Klar, man hat immer noch Probleme im Training – aber das liegt daran, weil die Aufgaben auch immer anspruchsvoller werden.

3) Balance und Fallschule sind wichtige Fertigkeiten im “realen Leben.” Man muss sich vielleicht nicht ständig verteidigen, aber Glatteis und wacklige Oberflächen trifft man recht häufig an.

4) Man passt auf seinen Trainingspartner auf. Das gibt einem  Verantwortungsgefühl. Oder wie ich es es zu sagen pflege: “Das Trainingsgerät ist pfleglich zu behandeln.”

5) Kampfsport hält den Kopf jung. Damit unser Gehirn aktiv bleibt und möglichst lange gut funktioniert, müssen wir es gut mit Blut versorgen. Das macht der Fitness Aspekt. Zusätzlich brauchen wir auch eine Gedächtnis  Komponente. Diese können lange Kombinationen sein. Oder Formen/ Kata/ Hyongs. Bewegungen, bei denen wir unseren Körper bis in kleine Details kontrollieren müssen und ein mentales Bild der Bewegung malen müssen, helfen ebenfalls. Und hier fällt so ziemlich alles darunter. Kampfsport ist gut für einen ( wenn man sich nicht unbedingt ständig Schläge auf die Rübe geben lässt).

Foto: Marius B

Foto: Marius B

Und hier kommt noch eine Bonus Antwort:

In einer guten Schule trifft man auch nette Leute. Mit denen man Gedanken austauschen kann. Blödsinn erzählen oder einfach nur gemeinsam essen gehen kann. In Verbindung mit den sportlichen Aspekten ergibt dadurch ein Gesamtpaket, dass einfach jeden Abend besser macht. Wenn ich gestresst aus dem Büro komme, dann geht es mir nach einem anstrengenden Training (und diversen dummen Sprüchen in der Umkleide) meist deutlich besser. Und wenn ich gut gelaunt aus dem Büro komme, denn fühle ich mich nach dem Training so Energie geladen, dass ich meine, Funken sprühen zu müssen.