Warum klappt es so selten mit den guten Vorsätzen?

Das Problem mit guten Vorsätzen ist, dass sie kaum eingehalten werden. Man fängt total motiviert an. Die überlaufenen Studios in den ersten paar Wochen nach dem Jahreswechsel machen das deutlich. Dann wird es weniger. Im April ist dann der Tiefstand erreicht, bevor sich die ersten wieder daran machen, ihre Strandfigur freibuddeln zu wollen. Und dann  kommt das Winterloch. Das Studio ist leer. Erst wieder nach Weihnachten werden die guten Vorsätze vom letzten Jahr wieder heraus gekramt. Und erneut auf die Liste gesetzt.

Nehmen wir mal einen typischen guten Vorsatz, den ich mir in einem Forum gefunden habe:

“10kg abnehmen und fitter werden.”

Gute Sache. Aber wie wird das gemacht?

Wie halte ich meine guten Vorsätze?

Angenommen, ich nehme mir am 1.1. die Liste raus, und beschließe anzufangen. Was tue ich? Abnehmen. Gut, etwas weniger essen. Und ein paar Kniebeugen? Mal wieder etwas laufen gehen. Und wenn der Feiertag rum ist, melde ich mich irgendwo an, und stähle meinen Körper.

Bei einem Ziel, das zwar auf der einen Seite recht spezifisch ist (10kg abnehmen) auf der anderen sehr generell (fitter werden) und sich sogar anteilig noch im Wege steht (Muskelaufbau wird evtl. das Gewicht erhöhen, eine zu drastische Kalorien Reduzierung senkt die Leistungsfähigkeit) sorgt schnell für Frust. Auch, dass es nichts gibt, das man täglich abhaken kann, ist problematisch.

Schritt 1: Ziele geschickter wählen

bmi_bullshitDie 10kg sind nicht schlecht, aber besser wäre es, wenn man es in Kleidergrößen oder Bauchumfang angibt. Wenn der Bauch schrumpft, dann kommt man den Ziel näher, ganz egal, was die Waage sagt. Das Gewicht hingegen ist trügerisch. Und umso fitter man wird, um so trügerischer ist es.
Fitter werden ist auf der einen Seite kein gutes Ziel. Denn es gibt keine konkreten Angaben, wie man erkennt, dass man fitter geworden ist. Aber das hat auch Vorteile. Dazu später mehr.

Schritt 2: Anschlussziele

So seltsam es klingt, ein Problem ist auch das erreichen des Zieles. Hose passt wieder? “Yeah! Jetzt gönn ich mir mal zur Belohnung…” Natürlich wird dann auch wieder mehr darauf geachtet. Es dauert meist ein paar Monate, bis sich dann langsam wieder diese fiesen Viecher in der Nacht die Hose enger machen.

Um einen Einbruch zu vermeiden, sind Folgeziele eine gute Sache, die einen dann ermutigen weiter zu machen. Hose passt wieder? Super jetzt geht es los mit einer anderen Sache, die der Sache förderlich ist. Ich schlage bei sowas immer NEPA vor – Non Exercise Physical Activity. Also eine Sache, bei der man sich bewegt, aber die man nicht als Training oder Workout ansieht. Mit Freunden Frisbee spielen. Wandern. Erlebnisausflüge machen. Mehr tanzen gehen.

Schritt 3: Der Weg ist das Ziel

Wer seinen Weg zum Ziel erklärt kann Vorteile haben. Wenn man sich anstatt “Hose muss wieder passen” etwas auf die Liste schreibt, dass man täglich machen kann, wie “Kein Zucker essen”, “Hälfte jedes Teller muss Gemüse sein”,  “20 Minuten Bewegung täglich” dann steht man auch nicht ziellos da, wenn man angekommen ist.

Es hat auch den Vorteil, dass man eine Checkliste hat, die man einfach durchgehen kann, und man am 1.1. nicht planlos da steht.

Schritt 4: Markiere die Wegpunkte

Es ist zwar total gut, wenn man weiss, was man tun muss, aber wenn man das Gefühl hat, einfach so vor sich hin zu malochen, dann ist es auch nicht sehr motivierend. Daher sollte man  seinen Fortschritt auch festhalten. Beim Bauchumfang ist hier ein Gürtel eine gute Sache. Immer wenn man ein Gürtelloch enger schnallen kann, kann man sich das auf dem Kalender, oder dem Plan markieren. Auch wenn andere gute Dinge passieren, wie eine Bestzeit beim Laufen, ein neuer persönlicher Rekord im Studio, oder einfach nur “Treppen zum ersten mal wieder hochgelaufen ohne ausser Atem zu sein.”

Bonus Tipp: Kampfsport

Die meisten Kampfsportarten machen auch fit. Boxen, Kickboxen, MMA haben alle neben dem technischen Anteil auch einen sehr physischen Anteil. Andere haben viel Erfolg mit DDP-Yoga gehabt. Wichtig ist in erster Linie, dass man gerne ins Training geht. Hier also ruhig ein paar Schulen ausprobieren, bevor man die findet, die einem wirklich zusagt. Denn nur, wenn man gerne und aus eigenem Antrieb in ein Training geht, wird man auch so lange dabei bleiben, dass man die Früchte ernten kann.

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