Hier ein kurzer Überblick über ein paar Bücher die ich in letzter Zeit gelesen habe, und für interessant halte. Sie überschneiden sich inhaltlich anteilig, aber grob kann man sie in die 3 Bereiche Talent, Training und Ernährung aufteilen.

Talent oder Training

Wenn man den Büchern glauben darf, so gibt es sowas wie Talent eigentlich nicht, sondern Talent ist immer das Resultat von viel Übung – meist in so jungen Jahren, dass Außenstehende das harte Üben nicht bemerken, sondern mit  “natürlicher Begabung” erklären.

CoverDas erste Buch, das ich zum Thema Talent gelesen habe, war “Bounce: The myth of talent and the power of practice” (Deutscher Titel “Was heisst schon Talent?” )von Matthew Syed. Der Autor ist ein ehemaliger Tischtennis Spieler, der über Jahre die Nummer eins in England war und 2 mal bei den Olympischen Spielen angetreten ist.

Er betrachtet das Thema Talent und Training in erster Linie aus der Sicht des Sportlers, geht aber auch auf andere Bereiche kurz ein. Das Buch liest sich gut und war für mich ein guter Einstieg in das Thema. Viele Dinge werden aber in den anderen Büchern aber mit mehr Detail beschrieben. Für den eher praktisch veranlagten Sportler oder den eher an Sport interessierten ist dies aber sicherlich ein interessantes Buch. Auch da der Autor nicht nur auf die Elemente des Übens sondern auch auf das mentale Training, die Einstellung und den Willen eingeht.

Das Buch hat mir “Lust auf mehr” gemacht, also habe ich im Anschluss weitere Bücher zum Thema gelesen.

The Talent Code” (deutsch: “Die Talent Lüge“) von Daniel Coyle wird von vielen als das Standard Werk zum Thema angesehen. Dieses Buch ist auch auf deutsch verfügbar. Der Fokus liegt hier auf den Veränderungen im Gehirn, die durch intensives Üben verursacht werden. Üben wir etwas intensiv, so werden die “Kupferkabel” die für einen neue Fertigkeit im Gehirn verlegt werden mit der Zeit zu einem Breitbandanschluss ausgebaut. Er gibt Beispiele aus dem Sport, der Musik und auch dem normalen Schulalltag in dem bestimmte Methoden angewandt  werden, um den Erfolg zu erhöhen.

Die deutsche Version ist gerade nicht verfügbar (oder nur gebraucht, zu einem sehr hohen Preis). Die englische Version ist allerdings als eBook und Taschenbuch günstig zu erhalten. Wer lieber deutsch liest: Nicht verzweifeln, die deutsche Version seiner Tipps und Tricks zum Thema ist noch immer erhältlich (Link kommt im nächsten Abschnitt).

Die wichtigsten Informationen für mich (in aller Kürze):

  • Lobt bei Schülern nicht das Talent, sondern die Arbeit. Nach einer gelungenen Arbeit also nicht eine Eigenschaft loben, sondern die Arbeit, die zum Erreichen geführt hat (“Du musst viel geübt haben” anstatt “Du bist richtig clever”).
  • Training sollte stehts an der Grenze des aktuellen Standes sein. Fehler sind gut, denn sie zeigen auf, was man anders machen muss um das gewünschte Ziel zu erreichen. Wer keine Fehler macht, der arbeitet im Wohlfühlbereich. Aber um besser zu werden muss man diesen Wohlfühlbereich verlassen und sich neue, schwerere Ziele suchen. 
  • Es geht nicht darum wie lange man übt, sondern wie konzentriert und intensiv. Ein kurzes, intensives Training bringt mehr als längere Zeit nur “drauf los” zu üben.
  • Langsames Üben erlaubt es, sich auf die die Feinheiten zu konzentrieren und Fehler direkt zu korrigieren oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Nach der Lektüre dieser Bücher habe ich zum einen angefangen zu überlegen wie ich die Hinweise aus diesen Büchern für mein Training nutzen kann, zum anderen habe ich mich nach weiteren Büchern umgesehen. Und dadurch bin ich auf ein weiteres Buch von Daniel Coyle aufmerksam geworden.

Das Buch “Talent to Go” ( Original: The Little Book of Talent“) von Daniel Coyle nimmt die Infos aus “The Talent Code” und formt daraus ein paar Regeln, die man auf das Training anwenden kann. Der Autor gibt 52 Tipps wie man das Training angehen sollte um den besten Nutzen zu ziehen. Beispiele sind “Tip #18: Choose Five Minutes a Day over an hour a week” -es bringt deutlich mehr 5 Minuten am Tag intensiv eine sehr spezifische Sache zu üben, als die gleiche Sache einmal die Woche länger zu üben,  “Tip 39: Practice Immediatly after Performance” – direkt nach einem Wettkampf oder einer Vorführung ist man sich der Fehler die man gemacht hast extrem bewusst. Jetzt noch mal zu üben hat deutliche Vorteile.

Das Buch hat eine hohe Dichte an guten Infos und ist eine Goldmine für Trainer und Schüler. Ich empfehle es gerade durch die Bank. Bisher war das Feedback der Leute durchweg positiv.

Training ist gut für Dich

Die Bücher bisher haben sich darauf konzentriert zu zeigen, wie man besser trainieren kann. Dieses Buch legt dar, warum körperliches Training auch einen Effekt auf die mentale Leistung hat.

Spark: The Revolutionary New Science of Exercise and the Brain” (deutscher Titel: “Superfaktor Bewegung: Das Beste für Ihr Gehirn“) von John J. Ratey beginnt mit den positiven Auswirkungen, die eine extra Stunde Sport am frühen Morgen auf die Schüler einer Schule in den USA hatte. Die schulischen Leistungen gingen deutlich aufwärts, die körperlichen Auseinandersetzungen gingen zurück, das Teamgefühl wurde gestärkt.

“Gesunder Geist in einem gesunden Körper” scheint sich nicht auf zwei unterschiedliche Aspekte unseres Wesens zu beziehen, sondern der gesunde Körper unterstützt den gesunden Geist. Merkvermögen und Konzentration werden durch Sport deutlich verbessert. Stimmungschwankungen gehen zurück, Depressionen werden besser ADHS kann durch Bewegung gemildert werden. Selbst bei Krankheiten wie Demenz und Alzheimer kann Sport helfen.

Sport ist gut für uns. Dieses Buch ist absolut lesenswert.

Ernährung

Engl. Original

Im Jahre 1990 haben wir etwa 4 Teelöffel Zucker am Tag zu uns genommen. Heute sind es 22. Zugesetzter Zucker ist fast allgegenwärtig, es ist in Vollkornbrot, Saucen und Fruchtjogurt. In Fat Chance: The Bitter Truth About Sugar” von Dr. Robert Lustig beschreibt der Autor seine Erfahrungen als Arzt, der sich auf Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. Übergewichtige Menschen gab es schon immer. Das Problem ist nur, dass wir jetzt enorm viele davon haben. Und die Menge an Übergewichtigen und Fettleibigen steht laut Dr. Lustig in direktem Zusammenhang mit dem gestiegenen Zuckerkonsum.

Um Abzunehmen muss man in erster Linie seinen Zuckerkonsum einschränken, und dies ist heute nicht einfach, da Zucker für die Lebensmittelindustrie extrem praktisch ist. Dinge mit mehr Zucker schmecken uns besser. Sie halten sich länger. Und wir essen mehr davon, als wir sollten.

Dr. Lustig zeigt auf, wie Übergewicht entsteht, wie Hunger, Sättigung und Appetit entstehen und durch was unser natürliches Ernährungsverhalten aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Wer sich für Ernährung interessiert, wird hier jede Menge Informationen erhalten. Und dies ohne großartige Hintergedanken. Hier wird keine Diät, keine Zusatzmittelchen oder ähnliches vermarktet. Er berichtet einfach nur aus seiner Praxis im Umgang mit Übergewichtigen und Fettleibigen.

Wer sein Wissen über Fettleibigkeit, deren Ursachen und was man dagegen tun kann mehren möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

So, viel Spaß beim Lesen. Wer die Bücher kennt und seine Meinung kund tun möchte: Ich freue mich über jeden Kommentar. Auch bin ich für Vorschläge was neue Lektüre angeht extrem dankbar.