Kurze vs. lange Workouts

Das 7 Minuten Workout ist eine gute Sache. Es geht schnell und man kann etwa Workout in eine Zeit pressen, in der man sonst kein Workout machen würde. Sagen wir in die Mittagspause oder direkt nach dem Aufstehen.  Es ist damit ideal für Leute, die etwas mehr machen wollen.
Infographic: How to do the 7-minute Workout

Source:LiveScience

Da man die Übungen in einem Tempo macht, die für einen selbst fordern ist, wächst das Workout auch eine Zeit lang mit.

Dieses Workout ist aber keine Wunderwaffe. Ein aktueller Runner’s World Artikel mit dem griffigen Titel “Warum ich Abkürzungen liebe, sie aber nicht funktionieren” erklärt theatralisch, dass man in intensiven 7 min wohl nicht so viel Kalorien verbrauchen könnte wie in 60 min.

Wirklich, Einstein?

Ok, jetzt muss ich auch mal etwas Dampf ablassen. Ohne jeden wissenschaftlichen Anspruch.

Wenn ich eine Veränderung erreichen will, dann muss ich etwas dafür tun. Wenn ich will, dass ein Muskel wächst, dann muss ich ihm einen Grund dafür geben. Man setzt einen Reiz, lässt dem Körper Zeit zur Erholung und Anpassung, setzt einen neuen Reiz, usw. bis das Ziel hoffentlich erreicht ist.

Und es macht hier einen Unterschied, ob ich 5 mal 100 kg bewege oder 100 mal 5kg. Einmal haben wir einen kurzen intensiven Reiz. Das andere mal haben wir etwas, das wohl nicht mal als Reiz zählen dürfte.  Und hier ist auch der Unterschied zwischen Tabata Sprints auf dem Rad und 60 Minuten lockeren Radelns zu finden. Das eine ist ein intensiver Reiz, das andere eher nicht.

Bei dem 7 min Workout ist es erst mal wichtig, das es gemacht wird. 7 Minuten sind besser als nichts. Durch die Art der Belastung wird auch ein gewisser Reiz sicher gestellt. Ist dieses Workout für alle Personen ideal? Nein. Das kann es auch nicht sein. Personen sind unterschiedlich. Was Leistungsstand und Ziele angeht.

Aber: Wenn ein Workout “anstrengend” ist, dann wird es eine Anpassung zur Folge haben (die entsprechende Erholungspause vorausgesetzt). Und für jemanden, der einfach nur “fitter” werden möchte, ist dies ausreichend. Wenn ein Workout nicht so anstrengend ist, dann wird die Anpassung kleiner ausfallen.

Das ist der Vorteil, den man als unfitter Sack hat. So ziemlich alles was man macht, macht einen besser.  Wenn man dann fitter wird, muss man allerdings die Herausforderung steigern. So einfach ist das.

Es ist nicht immer “entweder, oder”

Oh, und hier noch ein blöder Ratschlag zum Schluss: Wer gerne radelt soll das auch weiter hin tun. Radfahren ist klasse. Mein Vorschlag wäre dann aber noch das 7min Workout ranzuhängen. Oder die Fahrt mit einem Sprint zu beenden. Das ist nämlich das schöne an Sprints: sie sind sehr intensiv und verlangen einem immer alles ab. Warum also nicht in den letzten 7 Minuten mal 2 oder 3 Sprints einbauen, um das beste beider Welten zu haben? Nur so als Idee?