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Unser Körper hat mehrere Energiespeicher. Wir haben kleine Speicher in unseren Muskeln, die immer verbraucht  werden, wenn der Muskel sich bewegt. Dann werden diese kleinen Speicher direkt wieder aufgefüllt. Vereinfacht kann man sagen, dass wir also durchgehend Nährstoffe durch den Körper pumpen, damit der Muskel die Energie bekommt die er braucht. Damit wir aber nicht irgendwann auf dem trockenen sitzen, und der Muskel nicht mehr arbeiten kann, haben wir mehrere Speichersysteme, die unterschiedlich groß sind. Und die Speicher geben ihre Energie auch unterschiedlich schnell ab.  Fett ist dabei recht gemächlich. Die Kohlenhydratspeicher können schneller Energie bereitstellen, dafür aber nicht so lange. Daher haben sich zwei Mythen ergeben: a) Mann muss mindestens x Minuten (meist zwischen 30-45 Minuten) trainieren, bevor überhaupt Fett verbrannt wird und b) wenn man sich zu sehr anstrengt, geht es nicht über die Fettverbrennung.

Dieses Bild ist falsch. Ich möchte es durch ein ( immer noch recht  falsches, aber ) “richtigeres” Bild ersetzen: Stellt euch vor der “Körper” holt sich seine Energie aus einem Trichter. Dieser Trichter ist wenn man ausgeruht vollständig gefüllt. Energie wird aus Nahrung gewonnen und in die Trichterzuleitung gekippt.

Wenn der Trichter überläuft, dann fällt das erst mal in die Kohlenhydratspeicherschale. Wenn diese überfließt geht es in die Fettschale. So kann man sich den Speichervorgang vorstellen. Wenn jetzt der Körper arbeiten muss, nimmt er einen guten Schluck aus dem Trichter. Sobald der Trichter beginnt sich zu leeren, geht der Nachfüllvorgang los.  Aus allen Speichern wird nun Energie in den Zulauf gepumpt. Wobei aus dem KH Speicher schneller gepumpt wird, als aus dem Fettspeicher.

Bei einem Sprint leert sich also der Trichter, und die Pumpen beginnen zu arbeiten. Es fließt also neue Energie nach, aber nicht schnell genug, um für längere Zeit die Energie für den Sprint zu liefern. Daher sind Sprints meist eine kurze Sache. Der Punkt ist aber, dass die Energie aus allen Speichern gepumpt wird.

Wenn ich nun langsam jogge, oder einfach nur laufe, dann kann ich dies über eine sehr lange Zeit tun, weil die Energie aus dem Fettspeicher schnell genug rausgepumpt werden kann. Oder anders gesagt: Wenn ich 500 “Energieeinheiten”  verbraten will, dann kann ich dafür entweder kurz intensiv sprinten oder länger gemächlich joggen. Ich verbrauche beides mall 500 Energie. Und beides mal legen alle Speicher los um den Trichter zu füllen.

Also kann ich schneller laufen, muss aber nicht?

Jein. Zum einen, ist die Zeit nicht wirklich ideal genutzt. Zum anderen wird bei einer eher kurzen intensiven Belastung oft mehr Energie verbraucht, als bei einer längeren, lockeren Anstrengung. Das heißt: es geht nicht nur schneller, es bringt auch mehr. Auch ein weiterer Punkt wird oft übersehen: eine intensive Anstrengung setzt einen stärkeren Anpassungsreiz an den Körper als eine leichte Tätigkeit.

Was ist, wenn schnell laufen keine Option ist?

Als ich mich vor ein paar Jahren wieder in Form gebracht habe, war schnell Laufen keine Option. Ich war schlicht und ergreifend zu fett dafür. Die Belastung für meine Gelenke wäre enorm gewesen, es hätte doof ausgesehen und wäre darüber hinaus wohl auch kein wirklicher Spint gewesen.

Wenn also das herkömmliche Sprinten keine Option ist, was kann man tun? Wenn der Arzt das OK gibt ( um Risikofaktoren auszuschließen) können intensive Sprint Intervalle auf einem Fahrradtrainer oder einem Rudergerät eine gute Wahl sein. Wichtig ist hier allerdings folgendes: Es macht keinen Spaß. Es ist anstrengend. Man schwitzt. Ist fertig. Es ist daher nicht für jeden geeignet. Wer sich aber aus seiner Wohlfühlzone heraustraut, der kann damit sehr gute Ergebnisse erzielen.

Tabata Intervalle werden hier gerne vorgeschlagen.  Ich mag auch das 10-50-10 Training. 10 Runden. 50 Sekunden relativ locker joggen / rudern / radeln / boxen, dann 10 Sekunden volle Pulle gib ihm.