Am 1. April 2012 hat ein 14 jähriger Junge versehentlich beim Raufen seinen 24 Jahre alten Cousin erwürgt. Im Rahmen einer “Wrestlemania 28” Party haben sich die beiden die Zeit mit freundschaftlichen Ringen die Zeit bis zum Beginn der Wrestling-Show vertrieben. Die beiden rangen auf einer aufblasbaren Matratze, und der Junge hat seinen Cousin in einen freien Würgegriff von hinten genommen. Nach etwa 30-40 Sekunden haben Anwesende bemerkt, dass das Gesicht blau anlief. Wiederbelebungsversuche im Haus waren Erfolglos, und im Krankenhaus konnte nur noch der Tod festgestellt werden.

Würgegriffe und “Schwitzkästen” waren schon immer Teil kameradschaftlichen Raufens. Allerdings ist die “korrekte” Ausführung heute durch Fernsehen und YouTube extrem einfach zu lernen. Und ohne das Wissen um die korrekten Sicherheitsmaßnahmen kann dies zu solchen, tragischen Ergebnissen führen.

Was einem immer klar sein sollte, wenn man Kampfsport / Kampfkunst betreibt ist, dass die Techniken alle dazu gedacht sind, den Gegner auf eine möglichst effiziente Weise zu besiegen. Sie sind potentiell sehr gefährlich. Eine korrekt angesetzte Blutwürge führt in etwa 10 Sekunden zur Bewusstlosigkeit (Blutwürgen schränken den Blutfluss zum Kopf ein). Würgegriffe die den Kehlkopf oder die Luftröhre angreifen können innerhalb von Sekunden durch die zugeführte Verletzung und daraus resultierender Schwellung zum Verschluss der Atemwege führen.

Die Gracies erklären daher die Wirkungsweise des freien Würgens von hinten in ihrem aktuellen Video noch mal genau, und raten die Würge nie länger als 10 Sekunden zu halten. Entweder hat man zu diesem Zeitpunkt bereits gewonnen, oder der Griff ist falsch angesetzt.

Ich möchte daher wirklich jeden bitten bei der Anwendung von Würgegriffen vorsichtig zu sein. Und im Training auch ein Auge auf die anderen zu haben.