Grade kochen an diversen Stellen im Internet wieder mal die üblichen Themen hoch. Selbst ernannte Stilbegründer, mit einer Liste von “Titeln” und Graduierungen.

Hier ein paar Ideen zum drüber nachdenken.

Sensei ist das japanische Wort für Lehrer

Ein Lehrer in der Schule ist ein Sensei. Ganz egal in welcher Schule. Da ist nichts mystisches dran. Es ist kein Titel. Es ist eine Aufgaben- oder Berufsbezeichnung. Und es klingt für unsere Ohren “cool” und exotisch. So wie in den USA auch gerne mal ein Deutscher Begriff benutzt wird. Ist auch kein Ding, es ist nur wichtig, dass die Bedeutung nicht verloren geht.

© Depositphotos.com / grafvision

Der schwarze Gürtel

Wer den schwarzen Gürtel erreicht hat, der hat den ersten Schritt gemacht. Shodan ist japanisch für “erste Stufe.”

Sieht man sich die Entwicklung an, so erfährt man, dass die Farbgürtel eingeführt wurden, weil die Europäer zu ungeduldig waren. Der schwarze Gürtel ist das Zeichen, dass man mitspielen darf. Man hat das notwendige Rüstzeug um mit dem Lernen zu beginnen. Nimmt man das deutsche Handwerkssystem als Vergleichsmaßstab, so wäre der erste schwarze Gürtel wohl der “Gesellenbrief der Kampfkünste”

Meister

Meister ist ein deutsches Wort. Ohne eine passende Entsprechung um japanischen.  Daher gibt es auch keine genauen Regeln, wann jemand ein “Meister” ist. Manche setzen ihn mit Shihan gleich. Und für diesen Begriff gibt es in den meisten KKs feste Definitionen. Der Vergleich mit dem Shihan liegt nahe, und ist meiner Meinung nach am ehesten passend.

Der Titel in anderen Kampfkünsten

Wirft man einen Blick auf andere Kampfkünste, die für uns weniger exotisch sind, so verlieren wir auf einmal das Interesse, jemanden als Meister zu bezeichnen. Wer Weltmeister im Boxen ist, wird nicht mit “Meister” angeredet. Wer Ringer und Boxer trainiert ist ein Trainer. Kein Meister. Wir kämen auch nicht auf die Idee, den Tischtennis Trainer der Jugendmannschaft in Hintertupfingen als Meister anzusprechen.

Nach 10 Jahren…

Oft kommt ein Kommentar wie “ich habe X Jahre lang Y Stunden trainiert um Z zu schaffen” um den Meister zu rechtfertigen.  Wenn jemand jeden Tag 4 Stunden Badminton spielt, ist er dann ein Badminton Meister? Vielleicht schon. Vielleicht auch nicht. Würde jemand auf die Idee kommen, sich so zu bezeichnen?

Bescheidenheit und die Freude zu lehren und lernen

Wirft man einen Blick auf die bekannteren Persönlichkeiten in den Kampfkünsten, so stellen diese oft die Kunst in den Vordergrund. Nicht sich selbst. Sie leben ihre Kunst und geben sie weiter, damit sie nicht verloren geht. Sie sehen sich nicht als Meister, sondern als Schüler, die jeden Tag versuchen besser zu werden. Und eben das weitergeben, was sie bisher gelernt haben.

 

Was macht für euch den Meister aus?

Wann würdet ihr jemanden als “Meister XZY” anreden? ich bin auf eure Antwortet bei diesem doch sehr kontroversen Thema gespannt.