Fragen sind gut. Sie verhindern, dass wir einen starren Blickwinkel bekommen und Dinge einfach so hin nehmen.

Vor kurzem wurde auf Facebook eine Bauchmuskel Übung gepostet. Die viele wohl schon aus Rocky Filmen oder ähnlichen cineastischen Meisterwerken kennen. Die Rede ist von dem Medizinball auf den Bauch klatschen, das im JCVD Film “Kickboxer” mit einer Kokosnuss beinahe schon persifliert wurde:

(Die Nuss kommt am Ende)

Trainiert diese Übung wirklich die Bauchmuskeln? Klar, man muss anspannen, hat also eine kurze isometrische Kontraktion der Bauchmuskeln. Aber wenn ich darauf abziele (also auf eine kurze isometrische Kontraktion) ist diese Übung wirklich gut geeignet?

Eine einfache Methode um hier eine Antwort zu erhalten, ist die Frage, wie man eine Verbesserung bei dieser Übung messen kann. Und schon wird das erste Problem offensichtlich, die Paramter der Übung sind alle sehr willkürlich. Wurfhöhe, Wucht, Treffergenauigkeit, Intervall, Dauer – es gibt sehr viele Variablen. Wie bestimmt man den IST Zustand, wie definiert man einen SOLL Zustand oder misst Verbesserungen?

Von da kommen wir direkt zur nächsten Frage (einer Frage, die bei den meisten hoffentlich vor der Übungsauswahl gestellt wird): Was will ich erreichen?

Geht es um die Verbesserung der Muskelleisting im Rumpfbereich würde ich andere Übungen vorziehen, bei denen man die Last einfacher messen und variieren kann.

Geht es um die Abhärtung würde ich auch auch eher zu anderen Übungen greifen (wie zum Beispiel den Partner/ Trainer mit Handschuhen eine gewisse Zeit z.B. eine Runde mit Schlägen auf den Bauch schlagen lassen).

Nicht betriebsblind werden

Viele Trainer haben einen großen Fundus an Übungen, aus denen teilweise recht großzügig ausgewählt wird. Als Trainer sollte man sich daher immer die konkreten Ziele seiner Schützlinge vor Augen halten und passende Übungen / Methoden wählen.

Als Schüler ist es nicht schlecht, mal nach dem “warum” zu fragen und über die Antworten nach zu denken.