In den meisten Kampfsport-Gruppen hat man einen oder mehr von diesen “speziellen” Typen. Sagt man ihnen, sie sollen mit einer Ohrfeige angreifen, kann schon mal ein Fußtritt kommen.

belt-displayIch war einer dieser speziellen Personen. Eine meiner lebhaftesten Erinnerungen ist eine Situation, in der mir genau das passiert ist. Vielleicht weil wir davor jede Menge Kick gemacht haben und ich auf Autopilot war. Keine Ahnung. Aber der Blick meiner Trainerin, der hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Von den Leuten, die mit mir damals angefangen haben, waren die meisten deutlich besser als ich. Sie konnten die Bewegungen und Kombinationen viel schneller lernen. Und haben deutlich weniger oft “den Blick” abbekommen.

Dennoch bin ich glaube ich der einzige aus der Gruppe, der es zu “schwarz” geschafft hat. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Ich bin dabei geblieben.

Als ich damals auf meinen Orangegurt trainiert habe, ist mir klar geworden, dass meine Fallschule nicht nur sehr bescheiden war, sondern dass ich richtig gehend Angst davor hatte geworfen zu werden. Also hab ich mir einen der Leute geschnappt, bei denen ich am meisten Bammel hatte, und hab ihn gebeten mich zu werfen. Was er nach einem ersten ungläubigen  Blick dann auch mit einem leicht sadistischen Grinsen gemacht hat. Ich war damals so um die 14 glaub ich. Und zwar wurde meine Fallschule dadurch nicht wirklich besser, aber die Angst hat nach gelassen. Man akzeptiert die Blauen Flecke, geht lockerer an die Sache ran, und mit der Zeit wurde dann auch meine Fallschule ganz passabel.

Einer meiner Trainer hat es mal recht flapsig formuliert: “Wenn Du das machst, was du kannst, dann bleibst Du auch das, was Du bist.”

Dinge die man bereits kann sind einfach. Allerdings bringen die einen auch nicht wirklich voran. Übt man etwas schweres, dann wird man wahrscheinlich mehr Fehler machen. Aber der Lerneffekt ist ungleich größer. Der Trick ist etwas zu finden, dass man noch nicht (richtig) kann, aber in greifbarer Nähe ist.

raufenWenn ihr euch nicht sicher seid, was ihr üben sollt – fragt euren Trainer. Eine Frage wie: “Was kann ich Daheim üben?” oder ‘Worauf sollte ich verstärkt achten?” kann euch wertvolle Hinweise geben.

Macht den Kampfsport zu mehr als nur “Sport” – macht es zu eurem Hobby. Lest Bücher zum Thema. Schaut auch passende Filme an. Ganz egal ob klassische Kung-Fu Schinken, moderne Varianten des Prügelfilms oder Dokumentationen. Seht auch Lehrfilme von ähnlichen Kampfkünsten an, um ein paar neue Ideen zu bekommen. Informiert euch über die Geschichte eurer KK.

Bleibt neugierig. Stellt Fragen. Hakt nach. Übt. Macht Fehler. Werdet besser. Hört nie auf zu lernen.

Mehr ist es eigentlich nicht. Jedes Training etwas besser werden. Und nicht aufhören zu trainieren.

“Hard works beats talent, if talent doesn’t work hard” – Harte Arbeit triumphiert über Talent – falls das Talent nicht hart arbeitet.

In dem Sinne, ganz egal ob ihr euch zu den Talenten oder den motorisch eher Herausgeforderten zählt – hört nicht auf an euch zu arbeiten. Denn das macht am Ende den Unterschied.