Viele Personen sind beim Rollen so scharf darauf, den Gegner zum Klopfen zu bringen, dass sie die Grundlagen übersehen und die ganze Zeit dem Griff hinterher rennen, der ihnen dann in letzter Sekunde durch die Finger rinnt. Auch im Bodenkampf gilt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Oder in dem Fall eben “Position before Submission” – erst die Position, dann der Aufgabegriff.

position-before-submission

Ist man in der Guard, dann ist es extrem wichtig erst die Position zu verbessern, bevor man einen eigenen Angriff startet. Insbesondere große, kräftige Personen – oder generell ehrgeizige – lassen sich anfangs dazu verführen, auch aus der Guard anzugreifen. Dies ist schlecht – für den Angreifer, aber gut für den Verteidiger. Hier sind die typischen Angriffe aus der Guard mit Kontermöglichkeit:

Position

Wenn man eine Position neu lernt, sagen wir die Seitschärpe ( kesa gatame, scarf hold, side control ) so achtet man zu erst auf die Grundlagen. Wo kommen die Hände hin, wo muss mein Gewicht so etwa sein, welche Optionen habe ich, um aus dieser Position in eine bessere zu wechseln, etc. Dann ist ein Wechsel der Sichtweise angesagt – wenn mein Gegner in dieser Position ist, was mache ich? Wodurch verbessere ich meine Lage? Was macht sie eher schlimmer? Wie komme ich in eine bessere Position? Dieses Wissen wird nun benutzt um in Oberlage sicherer zu werden. Den Sack langsam zu zumachen. Jede falsche Bewegung des Gegners zu nutzen um ihn weiter einzuschränken. Und dann ergeben sich auf einmal Option zum Angreifen.

Submission

Sobald sich die Gelegenheit (Trigger) präsentiert, kann man aus einer festen Position heraus agieren. Die Gelegenheit nutzen. Nun wechselt der Blickwinkel: Wenn ich – weil ich gehörigen Mist gebaut habe – in diese Position komme, und der Gegner zum Aufgabegriff ansetzt – was kann ich tun? Und mit diesem Wissen versuche ich nun wieder, mein Griff zu verbessern und dem gegner die Fluchtmöglichkeit zu nehmen.
Combination

Nun kenne ich die Position, die Angriffe und Fluchtmöglichkeiten. Und das erlaubt es mir Kombinationen zu benutzen. Ich plane die Reaktion des Gegners ein und lasse  ihn in eine Falle laufen, die es mir entweder ermöglicht die Position zu verbessern, oder einen gute Gelegenheit für einen Angriff zu haben.

Und durch dieses Spiel wird aus einem Angriffs-Ping-Pong eine geplante Partie Bodenschach.

Vermeidet häufige Anfängerfehler, in dem er erst die Position sichert, dann den Aufgabegriff ansetzt.

Und jetzt: Ab auf die Matte. Viel Spaß beim Training.