Prinzipien der Bewegung haben Vorrang vor der Reihenfolge der Bewegung.
principles_of_motion

 

Kenpo ist ein System, in dem Bewegungsabfolgen genau festgelegt sind. Eine “Technik” ist also eine Kombination von Verteidigung, Gegenangriffen und Positionsveränderungen. Diese einzelnen Element werden im Kenpo als “Basics” als “Grundlagen” bezeichnet. Kombiniert man die Grundlagen anhand der Prinzipien des Systems, so erhält man eine Technik. Hier ist also die Benamung etwas anders als zum Beispiel im Ju-Jutsu.

Die Techniken sind “Mini Kata”, festgelegte Übungsformen die Prinzipien und Optionen aus bestimmten Positionen zeigen sollen. Ed Parker sagt dazu:

Ich unterrichte Kenpo nicht um der Techniken willen, sondern wegen der Prinzipien in ihnen. Und selbst dann, müssen diese Prinzipien an den Einzelnen angepasst werden. Ich gebe meinen Techniken Namen, weil bestimmte Bewegungsabfolgen mit diesen Begriffen verbunden sind.  Wenn ich einem Schüler morgen sage, ich zeige ihm einen Konter gegen ein ein beidhändiges Greifen, dann ist dies nicht so bedeutungsvoll wie wenn ich ihm sage, ich unterrichte ihm ‘Parting Wings.’  Man muss wissen, wie man Dinge anpasst. Eine Menge der Techniken, mit denen ich gearbeitet habe sind Ideen, sie sind keine Regeln. Zu jedem Zeitpunkt kann jede Bewegung von Abwehr zu Angriff oder von Angriff zu Abwehr wechseln.

-Ed Parker

[learn_more caption=”Original Zitat”]

I teach Kenpo, not for the sake of teaching the techniques, but for the principles involved in them. And even then, these principles must be altered to fit the individual.The reason I give my techniques names is because there are certain sequences associated with these terms. If I told a student tomorrow that I was going to teach him a counter version to a double hand grab, it’s not as meaningful as when I say I’m going to teach him ‘Parting Wings.’You’ve got to know how to vary things. A lot of the techniques I’ve worked with, they’re ideas, they’re not rules. At any given time, any of my moves can change from defense to offense, offense to defense. -Ed Parker

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Man kann durch die Techniknamen auch schnell Bezüge herstellen. Und sagen “Das ist in etwa die gleiche Bewegung wie in [Technik, aus einem früheren Gürtel]” und so auf bekannte Ideen hinweisen. Mit der Zeit fallen dem Schüler auch die Gemeinsamkeiten auf, er erkennt die Positionen wieder und kann spontan von einer Technik zur anderen wechseln (“Grafting”) und/oder  die Ziele, Waffen und Reihenfolge ändern, bzw. Dinge hinzufügen oder weglassen (“Formulation”).

Ähnlich wie ein Boxer unterschiedliche Schlag Kombinationen hat, die er bei Bedarf abrufen kann, so entwickelt auch der Kenpo Schüler mit der Zeit  automatische Reaktionen auf Situationen. Darüber hinaus lernt er aber auch eine Art der Bewegung, die direkt, natürlich und ökonomisch ist. Das System ist meiner Meinung recht praktikabel, insbesondere in der Kombination mit Boxsack und Pratzenübungen, Sparring, etc.

Der Vorteil ist eben auch, das man “ungeliebte” Beweungen eben trotzdem machen muss. Und dadurch zwangsweise neue Bewegungsmuster lernt.